Linux, Vista und das Elend mit Hardwareherstellern.

Bekannt ist es wohl nur denen, die mich kennen, doch seit geraumer Zeit gewinne ich ein, vor 12 Jahren wohl noch als "Geeksystem" be- und verschrieenes, heute eine echte und vor allem qualitativ hochwertiges, alternatives Betriebssystem immer lieber. Natürlich musste man mich erst davon überzeugen. Es dauerte auch nur unwesentliche zwei Jahre, bis ich die zahlreichen Vorzüge erkannte. Sicher, auf mein Windows konnte und wollte ich damals nicht verzichten, irgendwie war mir das am meisten verfluchte Produkt ja dann doch ans Herz gewachsen. Ich schäme mich selbst heute nicht dies zu zugeben, denn, wenn man ehrlich ist, tut mir leid, aber, ein solch bequemes System gibt es sonst nicht. Tut mir leid meine Mitfreunde des Pinguins, doch wenn es im Linux haarig wird, dann ist Otto - Normal - User, der DAU elegant ignoriert, ganz flott mit seinem Latein oder in diesem Falle wohl Finnisch am Ende. Selbst eingefleischte Aptenodytesbändigern geht dabei manchmal für ein oder zwei Tage die Puste aus.
Natürlich ist ein Windows immer noch undurchsichtig und mit dem neuesten Werk hat man nur einmal mehr das Gefühl, dass das System einem, und nicht man selbst diesem sagt, wo es lang geht. Penetrant und nervig (und da ich es über MSDNAA bezogen habe, handbuchlos) meckert da am Anfang diese UAC rum, wo man sich als Laie fragt, ob das nicht vielleicht eine neue Terrororganisation getarnt als amerikanische Partei (United American Citizens) ist. Hat man dieses Ding dann jedoch erfolgreich umschifft, dank Linuxtraining die Firewall bezwungen (oder sich eine dreißig Tage Testversion einer Desktopfirewall besorgt - zu Testzwecken, man will ja wissen, was gehauen, gepieckst und gestochen ist), ja, dann sieht das Ding ganz nett aus. Irgendwie ist der Rechner aber, nun, man kennt Windows, ruhig. kein Klickern hier, kein Klappern da? Fast will man freudig in die Luft springen, dass Microsoft endlich verstanden hat, dass man keine Geräusche braucht und will, da stellt man auch schon den Grund fest. Die Soundkarte, deren Treue legendär ist, wird nicht erkannt. Seltsam genug, wird gerade der Firma ja auch immer wieder und im gleichen Kontext, zu dem ich irgendwann mal finden werde, vorgeworfen, dass sie von Microsoft protechiert wird. Eilig, obgleich man nichts vom Support Creative-Labs hält, schaut man auf deren Webseite nach neusten Treibern. Das erste Mal erwartet man, da das System noch neu, dass man nichts findet. Schließlich war die letzte Treiberversion ja auch gute 3 1/2 Jahre alt. Doch creatives Support war noch nie Etwas, was diesen Namen verdient hätte, weder der deutsche, noch der amerikanische. Sieben Nachfragen, 16 Bugreports für drei unterschiedliche Treiberversionen und keine Antwort. Sei es drum, einige geduldige Wochen später liest man dann, in blauen Lettern:

[b]Das von Ihnen gewählte Produkt hat das Ende des Unterstützungszeitsraumes erreicht.[/b].

Das saß, doch, was kümmerts mich, schließlich hat das Board ja eine Soundkarte, und mit dieser hat es etwas, auf sich. Das gute Stück war deaktiviert, natürlich, wozu störende Hardware dulden, wenn man sie im BIOS rasch abschalten kann. So wie den nutzlosen Raidkontroller (nicht das Raid nutzlos wäre, nur, ich brauch ihn nicht). Kurz darauf, Vista glänzt in seinem Aero, ein langweiliger Abklatsch des, mich immer wieder erheiternden Beryl, dabei ein weit größerer Ressourcenvernichter, doch Ton ist, ja, nicht da, so wie dieser vermaledeite Onboard-Chip.

Aber, wozu gibt es Google, die Milliardäre mit dem Euro Jahresgehalt, flink getippt, noch schneller gefunden, nach nur drei Stunden und vielen Rechtschreibesensationen in unterschiedlichsten Foren später. Pech gehabt. K8V SE Deluxe, das innovative, selbstdenkende Board, deaktiviert seinen Onboardsound, wenn es das aurale Fremdgehen des Besitzers auf seinem PCI - Slot gespicktem Rücken spürt. So zog ich also vorsichtig, nicht ohne natürliche die Rechenzicke auszuschalten, die gute, die alte, die immer noch völlig tatelos funktionierende Live Platinum 5.1, mein vom Munde abgespartes Schmuckstück aus meinem Rechner, im Austausch gegen lapidaren 3 € bei 1ooo Stück Abnahme kostenden Ohrenschmerz. Gequälten Gesichts erkannte ich, dass Microsoftprodukte auch nur treulos sind und ohne weiteres den formals deaktivierten Eindringling anstands- und widerstandslos akzeptierten. Lediglich mein Eselspinguin beschwerte sich, da er das Modul snd_emu10k1 nicht zuordnen konnte. Was ihn zwar nicht daran hinderte zur Tagesordnung überzugehen und sich weiter zwischen schmelzendem Packeis, mit Boot hinfortzubewegen, doch wenigstens will er vom schnöden AC-97 Sound nicht sofort etwas wissen.
Was nun jedoch? Also die Webseite jener Firma geöffnet, welche mir jene Soundkarte bescherrt, die mir solang gute, klangbildliche Dienste geleistet. Bezaubernd, betörend, drei Buchstaben und im vorderen Drittel ein Strich, den mir die Karte wohl noch durch die Rechnung machen sollte. X-Fi. Klingt gut und ich wäre sogar ohne Hörprobe zum Kauf bereit, doch mein kleiner Pygoscelis papua soll sie ja auch mögen. Also noch schnell geprüft, und wie üblich, keine direkte Unterstützung des Hardwareanbieters. Zwar, so liest man dann, sollte im zweiten Quartal diesen Jahres, was nun mehr 17 Tage alt ist, ein Linuxtreiber erscheinen, doch, so erfährt man dann, aufgrund von Problemen verschiebt sich das ins dritte. So könnte man darüber hinwegsehen, wenn man nicht im Forum des Anbieters erführe, dass die Karte ja schon ein Jahr verkauft wird und selbst die Windowstreiber noch mehr Bug als Feature zeigen.
So saß ich da, schweigend in Gedanken vertieft und ließ Revue passieren, was ich schon alles mit creative erlebt. Sollten die Gerüchte stimmen? Dabei hatte Microsoft doch gerade allen Herstellern von DSP (Digital Sound Processor) Soundkarten quasi die eigene Hardware in den Rücken gesteckt und dann die Slotbleche abgebrochen (http://www.heise.de/newsticker/meldung/81212).

Marktführer ist Creative, treue Kunden haben sie seit Jahren, unter Spielern, welche Raumklang schätzen, unter Semiprofessionellen Musikern ohne geeignete Finanzen. Und nun? Die Alternative ignorierend in den microsoftschen Untergang, klanglos aufgeben, anstatt mit dem anderen, sich immer mehr etablierenden System aufbegehren? Doch halt, sie planen eine Treibervariante, so wie nVidia (ein wunderbares Beispiel für technisches, und soziales Verständnis - im Gegensatz zu ATI), als selbstinstallierendes Kerneldropin. Nur wie lang soll das dauern? Warum nicht der Gemeinschaft der Treiberbastelwilligen eine Information geben, mittels welcher wenigstens die rudimentärsten Fähigkeiten einer Soundkarte, das simple Abspielen von Musikstücken ermöglicht werden? Nein, soweit wagt man sich dann bei creative auch nicht aus dem angeknackten Schneckenhaus, lieber leckt man einsam Wunden, als MS zu zeigen, dass man sich nicht alles erlauben kann.

Nicht falsch verstehen, das Produkt scheint gut zu sein, nur die Vermarktungspolitik beider Firmen ist, für den Götz.

Dabei gibt es riesige Gemeinschaft von Entwicklern, die nichts lieber tun, als den ganzen Tag für neue Hardware zu programmieren, oder interessante Projekte und Software zu implementieren. Wer braucht Photoshop, wir haben Gimp. Wer braucht 3D - Studio oder Maya, wir haben Blender (http://www.elephantsdream.org/ für Ungläubige). Und selbst im Sound- und Musikeditorbereich entwickelt sich etwas, eine Sache, an der man sich beteiligen könnte, denn im Gegensatz zu vielen Softwareportierungen bzw. Softwareersatzangeboten, ist Hardware nun einmal eine Sache, die nicht opensource produziert wird.

Und das Ende vom Lied? Ich verzichte lieber auf Ton im Vista, als nicht mehr meinen Amarok zu nutzen, oder LMMS zu verwenden und mit Audacity Samples zu bearbeiten, oder mit mplayer, xine und co. DVDs zu schauen und deren Klangsprektrum zu erleben, so, wie es andere auch im XP können.

1 Kommentar 17.4.07 19:13, kommentieren

Auf allen gesellschaftlichen Ebenen

Ach, was muss man von regionalen Politikern hören meist, wie ich zum Beispiel von diesem zu berichten weiß, der da Fritz Hähle heißt.

Herr Hähle ist bei der sächsischen CDU und darf sich dort Fraktionsvorsitzender nennen. Herr Hähle vertritt die Ansicht - und ich hoffe ich verstoße jetzt nicht gegen das UrhG - die im Folgenden kurz dargelegt werden soll:

"Die Verbreitung brutaler Video- und Computerspiele muss effektiv unterbunden werden. Die CDU-Fraktion schlägt dazu geeignete technische Maßnahmen wie beispielsweise elektronische Filter vor. Die Staatsregierung wird aufgefordert, sich im Bundesrat für notwendige Gesetzesänderungen einzusetzen. Der Besitz der so genannten Killer-Spiele muss verboten werden"

(Quelle: http://www.heise.de/newsticker/meldung/87614/from/atom10)

Weiter sagt er: "Diese Spiele sind primitiv und sprechen gefährliche und niedrigste Instinkte an. Sie sind mit einem effektiven Jugendschutz nicht vereinbar und deshalb auf allen gesellschaftlichen Ebenen zu bekämpfen"

(Quelle: ebenda)

Es ist ja dem aufmerksamen Leser nicht entgangen, dass ich mich aus persönlicheren Gründen mit den "Killerspielen" befasse. Dazu gehört unter anderem, dass ich mich auf GTA IV freue, lange Zeit CounterStrike gespielt habe und sich mir die Frage stellt, wann bitte endlich Tom & Jerry, Mickey & Goofy oder Donald Duck verboten werden. Als Beispiel und ich vermute die meisten, wenn auch wahrscheinlich nicht der 1942 geborenen Fritz Hähle, kennen Tom & Jerry sicher. Kleine Maus, rotzfrech, ärgert Katze, die tickt aus und will Jerry fangen. Ende vom Lied ist meist eine, für Cartoonfiguren recht schmerzfreie Kollision mit Wänden, Türen, Bügeleisen, dem einen oder anderen Amboß oder auch mal einem Klavier. Tja, warum erzähl ich das? Nun, sagen wir es so, wenn ein Kind ab 6 Jahre differenzieren kann, dass die Katze nicht wirklich draufgeht, dass es selbst besser nicht 6o mal vor die Wand läuft, kurz, dass das ein Trickfilm ist, dann ähm, tja, woran appellieren die Spiele nochmal?

Gut, es gibt da noch das Argument, dass der Spieler ja selbst zum Akteur wird. Überraschung, es gibt auch ein Tom & Jerry Jump'n'Run (für Unkundige so ein Spiel, wo man Hüpft und rennt ). Da ist man dann als Jerry recht aktiv dafür verantwortlich, dass Kater Tom einen Amboß auf den Kopf bekommt oder von einer Dampfmaschine plattgerollt wird. Natürlich unblutig, aber ist es deswegen weniger brutal bzw. setzen sich jetzt Scharen von 6-jährigen (ja, auch das Spiel hat die Freigabe) auf Dampfwalzen und überrollen Katzen? Ja, man könnte sagen, ein Kind kann ja solche ein Gerät nicht steuern. Liebe Leute, eine Maus kann das ganz sicher auch nicht.
Aber gut, kommen wir zu den richtig bösen Spielen zurück, denen mit Waffen, Blut usw. Ich bin ja froh, so als Kabel Digital Kunde, dass ich auf dem History Channel nur ganz selten mal die Geheimzahl eingeben muss, also, diese eingebaute Kindersicherung. SciFi ist da schon drastischer. Da durfte ich das letztens bei einem Film machen, der vor 1o Jahren noch im RTL Nachmittagsprogramm lief. Ich war ein wenig überrascht. Aber gut, in den USA läuft Baywatch ja auch im Abendprogramm.

Sei es drum, die bösen Spiele. Ich weiß nicht, ob man Quake oder Doom heute wieder sagen darf, aber, was kümmerts mich, ich mach ja keine Werbung für, sondern schreibe meine Meinung nieder und DehSternSternEm klingt einfach nicht wirklich gut. Jedenfalls sind mir beide Spiele in mehreren Teile gut bekannt. Sowohl im Netzwerk, als auch im Alleinspielermodus. 1996 erschien wohl der erste Teil der Quake Reihe, Doom 1993 und Wolfenstein 3D, nun, 1992. Lange Rede kurzer Sinn, ich habe Wolfenstein gespielt. Als Import, mit 16 Jahren. Dazu muss ich sagen, dass mein erstes Spiel - gekauft im November 1990 - F29 - Retaliator war, ein Flugsimulator, nicht besonders tolle Grafik - vom heutigen Standpunkt aus betrachtet -, aber doch zahlreiche Stunden Spielspaß und ja, auch virtuelle Kollaterallschäden (welche in diesem Spiel übrigens eine negative Bewertung einbrachten, man glaubt es nicht). Das schockierte Gesicht meiner Mutter, auf meinen Kommentare "ach, das bisschen Zivilbevölkerung", bewog mich dazu ihr nichts von Wolfenstein oder Doom, Rise of the Triads oder Quake zu erzählen. Vielleicht war es einfach besser für ihr Seelenheil nicht zu wissen, was ihr 1976 in der DDR geborener Sohn da so spielte. Fakt ist jedoch, dass dieser Sohn auch Bekannte und Freunde hat, reale solche, ich hielt mit 16 Jahren dann nicht mehr so viel davon ausschließlich vor dem Rechner zu hocken und sah mir ein wenig die Welt und die darin befindlichen andere Dinge an.

Egal, wir wollen ja woanders hin. Ich hab also jetzt gute 16 Jahre Erfahrung mit "Killerspielen". Und jetzt die Überraschung, ich hab mich noch nicht einmal in meinem Leben mit irgendjemandem geprügelt, ich hatte nie Gewaltfantasien und ich habe mir auch nie gewünscht, dass irgendwer tot umfallen möge, nur weil er mir auf den Zeiger ging.

Dies führt zu dem Punkt, dass ich entweder ein beneidenswerter Einzelfall bin, oder aber, dass sich Leute, wie Herr Fritz Hähle mal mit Fakten auseinandersetzen sollten.

Fakt ist, dass in meinem gesamten Bekanntenkreis (der sich dank Uni, Band etc. sehr weiträumig ausdehnt) noch nicht ein Computerspieler Amok gelaufen ist. Einige waren mal in Schlägereien verwickelt, aber, das waren viele andere Menschen vor uns, in Zeiten ohne Computern, auch. Ich erinnere da an Saalschlachten, welche angeblich politische Motivation hatten, diverse Dorfrivalitäten, die einmal im Jahr bei einem Markt in einer handfesten und oftmals blutigen Prügelei ausarten usw. Weiterhin hab ich immer mal ein Auge auf Verkaufszahlen und geschätzte Dunkelziffern der vermutlich nicht legal verbreiteten Kopien. Auch von diesen Leuten, mal vier Millionen, mal zwei, mal eine, mal acht Millionen, ist bisher nur ein verschwindend kleiner Prozentsatz jemals durchgedreht. Oder anders, wann wurde das Hören von Wagner Opern verboten und welche Spiele hat man bei Saddam Hussein oder Pol Pot gefunden?

Und jetzt kommen wir zu einem interessanten Fakt. Rockstar North (die Entwickler von GTA, Midnight Club und Bully) haben öffentlich geäussert, dass ihre Spiele sich an realen Begebenheiten orientieren. Wenn also Gewalt in Spielen dargestellt wird, dann könnte es sein, dass diese Abbild und nicht Vorbild der realen Welt sind? Wäre es möglich, dass ein Spiel, in welchem Aliierte gegen Achsenmächte antreten, seinen Ursprung vielleicht einfach in der Geschichte hat und nichts anderes ist, als eine virtuelle Version von Räuber und Gendarme? Ist es vielleicht so, dass Kinder schon 1982 Holzstöckchen in die Hand nahmen und "peng peng" riefen? Ist es nicht vielleicht so, dass Kinder 1912 mit Marineuniformen rumliefen, weil es ein Trend war und sich mit selbstgebauten Schwertern schlugen, weil sie die reale Welt nachahmten? Ist es nicht vielleicht so, das Spiele ein Bedürfnis befriedigen? Das Bedürfnis fremde (oder eigene) Welten zu retten? Ist es nicht vielleicht so, dass all unsere Geschichten von Helden handeln, die Krieg führen? Auch wenn Frodo und Sam nur mit dem Ring zum Schicksalsberg tigern, der Rest kämpft in einem Krieg. General Gneisnaus Geschichte vom Gänsejungen zum Helden der Deutschen im Krieg gegen Napoleons Armeen. Vercingetorix, der große Gallier, ein Krieger, ein Mörder, ebenso Armin der Cherusker. Und wir alle wollten Helden sein, als Kinder und manche mögen es noch als Erwachsene. Vielleicht ist es ja so, dass Killerspiele überhaupt keine Killerspiele sind, dass der Name ein Symbol ist, etwas verschärfen soll, was nicht so ist und über das eigentliche Problem hinwegtäuscht.

Aber was ist denn dann bitte das eigentliche Problem? Alltagsleere bei Jugendlichen, Enttäuschung und Frustration, Einsamkeit und Isolation, nicht mehr zu bewältigende Schulpensen. Kanalisiert wird dies oft in Gewalt, denn Wut staut sich an und es gibt oft nur einen Weg, den Zorn, Hass und Verzweiflung nehmen können. Ein Ausbruch. Einmal erlebt, weiß man, wie herrlich befriedigend das ist und man sucht diesen Kick wieder. Adrenalin durchströmt den Körper, Macht über den Schwächeren, man glaubt die Befreiung aus der eigenen Ohnmacht zu spüren und das will man allen zeigen, deshalb wird es gefilmt. Man selbst will Respekt und am leichtesten ist dieser so verdient. Falscher Respekt, sicherlich, aber wenn dir alle zu Füssen liegen, dann denkst du nicht mehr darüber nach. Jeder wird dein Feind, Reden geht nicht mehr. Das hat man nicht durch Computerspiele gelernt, die braucht man dazu nicht. Das alles wohnt in uns und wird nie zu bezwingen sein, das ist das Tier im Menschen. Man kann lernen es zu kontrollieren, doch dafür brauchen Menschen Anleitung, einen Inhalt. Schule bietet diesen Inhalt nicht, Computerspiele bedingt. Sie sind eine Bedrohung, aber nicht in dem sie die Kinder zu Gewalt erziehen, sondern ihnen eine Realitätsflucht ermöglichen, eine alternative Identität aufbauen lassen, eine, in der sie mächtig sind und etwas wert. Und das Herr Fritz Hähle hat ihre Partei mitzuverantworten, durch die Zerrüttung des Bildungssystems, durch die Schließung von kleineren Jugendeinrichtungen, durch mangelnde Förderung von Vereinen, Künstlergruppen etc. Das Einzige, was ihr Verbot sogenannter Killerspiele darstellt, ist Augenwischerei bei fehlinformierten Wählern und Bürgern, bei jenen die zu bequem zum Denken sind bzw. die aufgrund mangelnder bzw. falscher Informationen die richtigen Erkenntnisse nicht ziehen können. Eine Hexenverbrennung um für eine Weile für Ruhe zu sorgen, von den wirklichen Problemen und der eigenen parteilichen Inkompetenz abzulenken. Keine Angst, wir vergessen den Entwurf des "Baum-Ab-Gesetzes" auch dann nicht, wenn sie jetzt sinnfreie Ablenkungsmanöver starten. Wir können froh sein, dass sich nicht alle Zeitungen kaufen lassen und Meinungen drucken, anstatt objektiv und unabhängig zu berichten.

Ach und falls es Ihnen, Herr Hähle, entgangen sein sollte, Niemand fliegt nach tausend Stunden an einem Flugsimulator, auch auf dem besten Heimcomputer ein Flugzeug mit 7oo oder auch nur mit 35o Stundenkilometern in ein 6o Meter breites Ziel. Niemand lernt den Umgang mit Waffen durch ein Computerspiel. Vorallem aber sind Waffen, die ich in einem Spiel erwerbe nicht real anwendbar, nicht einmal mit dem besten Drucker kommt dabei mehr raus als ein ungefährliches Bild.

Wenn sie, Herr Hähle, schon etwas bekämpfen wollen, dann lassen sie es die globale Erwärmung sein. Stimmen sie gegen das "Paragraphen-Pranger-Gesetz" mittels dessen die sächsische Landesregierung die Gemeinden zwingen will die Baumschutzsatzung abzuschaffen. Stellen Sie sich gegen die Pläne der Telekom 7ooo Menschen im großen Stil um ihren Lohn zu betrügen, trotz Gewinnzunahme. Machen Sie sich selbst nicht zu einer Marionette der Industrie, welche steif und fest behauptet durch illegale Downloads Gewinneinbußen zu haben, nur weil sie ihre prognostizierten 12o % Gewinnzuwachs nicht erreichen.
Ihre Partei nennt sich Volkspartei? Dann arbeiten Sie auch endlich wieder für das Volk, bekämpfen sie Lobbyismus, wo Sie ihn finden, denn das ist nur Korruption mit anderem, freundlicherem Namen. Tun Sie etwas konstruktives gegen die Ausbreitung der sogenannten "national befreiten Zonen" in der sächsischen Schweiz. Helfen Sie Kindern und Jugendlichen eine Zukunft zu finden, fördern Sie deren Interessen, schaffen Sie Ziele und tragen Sie dazu bei, dass der Mut wächst diese auch erreichen zu wollen. Ermuntern Sie Jugendliche zum freien Denken, verhindern Sie, dass braune Kinderfänger die jungen Köpfe mit menschenverachtenden Ideen verkleistern. Reden Sie nicht nur mit ihnen, sagen Sie ihnen etwas und wenn Sie nichts zu sagen haben, dann hören Sie zur Abwechslung einfach mal zu, wenn es schon sonst Niemand mehr versucht. Sie müssen keine Antworten liefern, Sie müssen nicht allwissend erscheinen, Sie müssen als Mensch auftreten.

Sie, Herr Hähle, sind in einer Position in welcher Sie durchaus Veränderungen herbeiführen können, aber nicht solche, die keinerlei Nutzen tragen, sondern nur Kosten verursachen wird, die Entwicklung der Medienlandschaft behindert, und im Endeffekt einen Kampf darstellt, welchen eine Regierung nicht gewinnen kann und hierbei sei an die Prohibition in den USA erinnert oder an Verbote von Pornographie. Es wird immer Mittel, Wege und Leute geben, um eine Regelung, wie z.B. das Verbot von Killerspielen zu umgehen. In diesem Fall gäben Sie Jugendlichen sogar noch einen Anreiz und sorgten dafür, dass garantiert jeder verbotene Titel in unvorstellbaren Stückzahlen getauscht würde. Die Leute haben Doom (wurde von der BPjS indiziert) und Quake (wurde von der BPjS indiziert) gespielt und sie laßen sich auch nicht vom Bezug und Spiel kommender Titel abhalten.

Des Weiteren sollte erst einmal geklärt werden, was ein Killerspiel ist. Gewalt verherrlichend? Das sind Tom & Jerry auch, oder Mickey und Goofy oder meinetwegen Fix und Foxi. Oder muss erst echtes Blut fließen? Dann wird es Zeit die Nachrichten zu zensieren. Allerdings nimmt das die Handhabe gegen Computerspiele, da das Blut in den seltesten Fällen echt ist. Und was ist mit Spielen, wie CSI oder Still Life, Spielen also, in welchen der Spieler in die Rolle von Kriminalermittlern schlüpft, mit recht eindeutigen Darstellungen Toter, was aber für das Spiel unabdingbar ist (USK 14 und USK 16)?

Oder muss es sich um einen Kampf handeln? Was ist dann mit Neverwinter Nights, dort finden Kämpfe reihenweise statt, gegen Untote, Orks, Menschen, Elben und so weiter, oder Elder Scrolls IV - Oblivion, auch dort wird gekämpft, recht blutfrei - einstellbar -, aber Kämpfe sind doch Gewalt und die Endkonsequenz des Kampfes ist der Tod, was es ja zu einem Killerspiel machen könnte.
Oder muss es eine taktische Simulation sein, sagen wir CounterStrike? Denn dort geht es nicht ausschließlich um das Umlegen von Terroristen (oder Polizisten, wenn man die andere Seite spielt), sondern vor allem darum zu gewinnen, sprich, die Gegner zu neutralisieren und das Ziel gemeinschaftlich, evtl. auch unter Selbstopferung zu erreichen. Übrigens von taktischen Polizeieinheiten abgeschaut. Selbst Die Sims 2, ein sehr beliebtes, als Familiensimulation bezeichnetes Spiel, bietet Gewaltmöglichkeiten, so kann man bewusst das Ableben unliebsamer Charaktere organisieren.

Nun, was ist "Gewalt verherrlichend"?
Das Schlüpfen in die deutsche Uniform des zweiten Weltkriegs im Rahmen einer gigantischen Nachstellung einer Schlacht? Das Befreien von Geiseln, entschärfen von Bomben? Oder das Bewachen der Geiseln, wobei diesen keinerlei Leid angetan werden darf, da dies zu Punktabzug bzw. auch zur Entfernung vom Server führen kann? Der Krieg im Weltraum, einer Fiktion des Herren Lukas folgend, oder ist Gewalt um der Gewalt Willen verherrlichend? Denn dann, Herr Hähle, hätten Sie ein Problem, denn die wenigsten Spiele beinhalten Gewalt nur um der Gewalt Willen. Nicht einmal die in Deutschland indizierten Titel Doom und Quake. Auch da steckt ein tieferer Sinn dahinter. Leider sieht man oft nur das, was man sehen will. Einen blindwütig mit der Maus (oder Trackball) rudernden, die Tastatur massakrierenden Jugendlichen, der ein kleines Kreuz über Köpfe bewegt, die dann, je nach Spiel, zerplatzen oder das "Opfer" aus Bits und Bytes nach hinten umkippen lassen. Ja, vielleicht sind 12, 14, 16 Jährige durchaus in der Lage zu unterscheiden, was ein Trickfilm ist und was Realität, denn nichts anderes ist ein Computerspiel, ein interaktiver Trickfilm.

1 Kommentar 30.3.07 14:23, kommentieren

Groteske Fehlwahrnehmung

In der "Neuen Osnabrücker Zeitung" war also ein Artikel des Herrn CDU-Außenpolitikers Rupert Polenz zu lesen. In diesem wirft er den Deutschen, welche bei einer Umfrage meinten, dass die Politik bzw. die Politiker der USA gefährlicher seien, als die des Iran, dass diese Befragten an "grotesker Fehlwahrnehmung" litten. (Quelle: NOZ und N-TV)
Lieber Herr Polenz, auch hier gilt wieder einmal, wer Lesen kann, ist klar im Vorteil. Dort ist nicht die Rede davon, ob man die USA oder den Iran für gefährlich hält, sondern, wen von beiden man als höheres Sicherheitsrisiko für den Weltfrieden einstuft. Und nun überlegen wir mal und schauen die letzten 60 Jahre Weltgeschichte an. Die Gründe für dem japanischen Eintritt in den zweiten Weltkrieg wollen wir mal außer acht lassen, die Diskussion darum wäre einfach zu kontrovers, schon allein wegen des, von den Japanern gewählten Bündnispartners und natürlich der im Krieg gewählten Methoden. Dennoch sei hier angemerkt, dass der Einsatz der ersten beiden Atombomben noch immer mit der Verhinderung von Opfern gerechtfertigt wird. Es stimmt, es starben weniger Soldaten, aber eine ungleich höhere Anzahl Unschuldiger wurde getötet. Dazu als Anmerkung und als Beihilfe zum Verständnis, in Japan gab es zum damaligen Zeitpunkt keine direkte Demokratie. Des Weiteren sind Volksaufstände nicht in 5 Stunden geplant, besonders dann nicht, wenn die ethnische Prägung eine Erhebung gegen einen Gott untersagt. Man sollte seinen Feind schon kennen.

Der Koreakrieg:
Eine offene Einmischung der vereinten Nationen in eine innerstaatliche Angelegenheit, einen Bürgerkrieg, zur Verhinderung eines Völkermords. Es mag berechtigt gewesen sein und viel Glück verhinderte, dass General Mc Arthurs Vorschlag des Einsatzes von Atomwaffen gegen den Norden Koreas keine Zustimmung fand.

Der Vietnamkrieg:
Ein provozierte Krise löst den Übergang von der geheimen - Elitetruppen waren schon fast 5 Jahre in Vietnam stationiert - zur offene Einmischung der vereinigten Staaten aus. Das Ergebnis, die - nicht verhandelten - Kriegsverbrechen beider Seiten und die Opferzahlen sind bekannt.

Der erste Golfkrieg mit direkter amerikanischer Beteiligung:
Kuwait bohrt ein Öllager des Irak an. Der Irak überrennt das Nachbarland. Amerika mischt sich ein. Wir werden Zeugen des Präzisionsbombardements und dürfen dann feststellen, dass so mancher Raketensilo eigentlich ein Lüftungsschacht eines Hochhauses, eines Krankenhauses oder einer Fabrik für Babynahrung war. Weiterhin erfährt der "ungebildete" Ostdeutsche (ich darf das sagen, ich war 1990 noch ein solcher und bin es vielleicht heute noch) nebenbei, dass die CIA (gern als "Geheimdienst" der USA bezeichnet) mitgeholfen hatte, Saddam Hussein an die Macht zu bringen. Jenen Mann, der nun plötzlich Feindbild Nummer 2 ist (auf Platz 1 stand bis vor einigen Jahren - und somit zum damaligen Zeitpunkt - ein Österreicher mit Drang zur Weltmacht).

Der Krieg gegen den Terror:
Bombardierung - oder sollte man es schon Terraforming nennen - Afghanistans. Ziel Ausbildungslager der Al-Quaida. Wieviele getroffen wurden, welche geheimen Verstecke zerstört und warum ganze Berge eingeebnet wurden, wird wohl immer ein Geheimnis der verantwortlichen Generäle bleiben. Das es, im durchaus dünn besiedelten Afghanistan auch zivile Opfer und zwar eine nicht zu verachtende Menge, gab wissen wir mittlerweile jedoch.

Der zweite Golfkrieg oder die nie gesehenen Massenvernichtungswaffen:
"Wir wissen genau, wo sie sind. Im Norden, Süden, Osten, Westen, irgendwo in diesem Gebiet, nahe Falludja und bei Bagdad" (wenn mich meine Erinnerung nicht trügt, dann stammt diese Aussage von Richard Bruce "Dick" Cheney). Die Konsequenz in Opfern beider Seiten zu bemessen ist noch nicht möglich, denn obwohl der Krieg, laut George Walker Bush - mission accomplished speech - vorbei ist, sterben noch immer Menschen im Irak und das ganz sicher nicht an neu gewonnener Freizeit. Ich will nicht leugnen, dass die Entmachtung eines Diktators sein Gutes haben kann. Schließlich lebte ich in einem Land, welche der Diktatur des Proletariats unterworfen war. Nicht das es mir schlecht ging, aber offensichtlich der übrigen, damals erwachseneren Bevölkerung (Notiz: 1989 war ich 14). Doch, der Welt hatten die Vereinigten Staaten von Amerika erklärt, dass sie in den Irak gehen um Massenvernichtungswaffen zu sichern, die, das wisse man mit Sicherheit - Colin Powell, G.W. Busch und Paul Wolfowitz - auf Ziele in Europa und der USA ausgerichtet wären. Eine bewußte Lüge.

Aber gut, das mag für Herrn Polenz noch nicht verdeutlichen, warum man vielleicht, unter Umständen, auf die Idee kommen könnte, dass die USA in den letzten Jahren weltweit mehr Konflikte ausgelöst und sich an diesen beteiligt hat. Es ist auch klar, dass er annimmt, dass sich die Deutschen es in jedem Fall leicht machen und die Vereinigten Staaten als eine Art Satan sehen wollen, doch dann schaut man mal, in wieviele Kriege der Iran verstrickt war.

Golfkrieg, Irak vs. Iran: Ein über zehn Jahre dauernder immer wieder aufflammender, blutiger Konflikt, der Millionen Menschen das Leben kostete. Waffen auf beiden Seiten sind nachweislich aus den USA geliefert worden und ebenso erhielten beide Staaten Finanzhilfe von amerikanischen Regierungen. Wahrscheinlich sollte dies der Erhaltung des "Ungleichgewichts" im arabischen Raum dienen, da so leichter an die natürlichen Ressourcen zu kommen war.

Schauen wir dazu ein wenig in die iranische Geschichte. Bereits 1921 beginnt eine Orientierung des damals noch Persien genannten Königreiches nach Westen. 1951 verstaatlicht der gewählte Präsident, Mohammed Mossadegh, dann jedoch die Ölindustrie, da sich Konzerne, welche die Bodenschätze eines eindeutig nicht als Kolonie zu betrachtenden Gebiets ausbeuten und das Land, welchem dieses Gebiet gehört nicht am Gewinn beteiligen wollen und zwar fair und nicht, wie bis dahin, zu 5% (mit BP). Daraufhin kommt es zu einem weltweiten Boykott des iranischen Öls. 1953 wird Mossadegh im Zuge der Operation Ajax gestürzt und eine Militärregierung eingesetzt. Dies sichert British Petrol das Monopol am iranischen Öl, vorerst.

Im Jahre 1979 jedoch siegt die islamische Revolution im Iran. Ruhollah Musawi Chomeini kehrt aus dem französischen Exil zurück und verkündet die "islamische Republik". Der Einfluss der Amerikaner und Briten ist gebrochen. Der Zorn - so westliche Agenturen - sitzt jedoch noch tief und so ist die Grundstimmung antiwestlich. Seltsam oder nicht, mir bekannte Iraner, welche in Deutschland Aufbaustudien Medizin und Medizintechnik absolvieren, sagen jedoch, dass dies alles nichts als Presseenten sind. Natürlich gibt es immer mal wieder, angestachelt durch diesen oder jenen Prediger hitzigere Diskussionen, aber insgesamt betrachtet haben die Leute im Iran völlig andere Probleme, alltägliche, wie die Menschen in Deutschland auch. Diese Leute haben mir auch einiges über die Fernsehbilder erzählt. So darf eine Frau sich im Iran nur politisch engagieren, wenn ihr Mann dies gestattet. Betrachtet man nun die Bilder der brennenden Fahnen, so sieht man, dass darauf eine fast äquivalente Anzahl Frauen und Männer zu sehen ist. Kurz, die Männer sind dort mit ihren Familien aufgetaucht. Wie sagte ich schon im Falle Japans? Man sollte seinen Feind kennen und verstehen, ihn respektvoll behandeln und sich seinen Gedanken zur Abwechslung auch öffnen.

Und nun die Frage, Herr Polenz, mit all diesen Dingen, die hier kurz aufgelistet wurden, welche sie selber wissen müssen, ansonsten sind sie als Außenpolitiker der CDU untragbar, warum wohl halten viele Deutsche ein Amerika unter einem Mann wie George W. Bush, einer Marionette der Ölkonzerne, der Freunde seines Vaters, eines Lobbyisten der chemischen, wie Automobilindustrie, der einem Staat vorsteht, welcher immer noch die meisten Massenvernichtungswaffen in Besitz hat, für gefährlicher als den Iran? Warum wohl traut man Nachrichten aus den USA nicht mehr? Warum wohl hinterfragt man selbst das gequirlte Geseier deutscher Politiker zweimal? Weil die Menschen einmal zu oft belogen wurden.

Natürlich ist eine fundamentalistisch - islamische Regierung, welche sich den Hass auf alles Westliche auf die Fahnen schreibt, möglicherweise - es gilt nicht als endgültig bewiesen - Terroristen ausbildet und in die Lage kommen könnte Atomwaffen zu bauen, gefährlich. Aber weit gefährlicher ist der Staat, der sie besitzt, der ohne mit der Wimper zu zucken die Welt belügt und unter Angabe falscher Gründe einen Krieg gegen ein Land vom Stapel bricht, das mit der eigentlichen Sache nichts zu tun hatte. Jeder Al-Quaida Experte versicherte G.W.B vor den Angriffen auf den Irak, dass dort keine durch den Staat geförderten Zellen existieren. Wenn es jetzt solche gibt, wundert mich persönlich das überhaupt nicht. Das Land wurde okkupiert, seiner Identität beraubt und der Möglichkeit aus sich selbst heraus dieses, seines Tyrannen ledig zu werden. Und wenn jetzt auch nur einer der Politiker dort behauptet, dass wäre nie geschehen, dann kann man ihnen nur vor die Füsse spucken, da sie nichts gelernt haben. Niemand hat geglaubt, dass die Mauer innerhalb des letzten Jahrhunderts fallen würde, sie tat es. Hier und da ist viel Blut geflossen, aber die Menschen haben es allein geschafft und allein ihren Weg zu ihrer Demokratie gesucht. Eine Demokratie nach westlichem Vorbild kann in diesen Ländern nicht so ohne weiteres funktionieren, selbst die Deutschen hatten ganz schöne Anlaufschwierigkeiten und auch im ach so tollen Amerika werden viele Freiheiten beschnitten, obwohl dort die angeblich beste Demokratie der Welt geschaffen wurde. Auch in Deutschland versucht man nun die Volksbestimmung und das Recht auf Meinungsfreiheit zu beschneiden. Man versucht uns vorzuschreiben, woher wir unsere Informationen beziehen, wie wir uns informieren. Angeblich müssten bestimmte Nachrichten erst in einen Kontext gebracht werden. Was heißt denn das bitte? Ein unterschwelliger Kommentar hier, ein nicht korrekt übersetztes Wort da? Und selbst wenn die Wahrheit noch so hart wäre, die meisten Bürger diese Landes, ja der Welt, könnten sie vertragen, wahrscheinlich aber die Politiker nicht, da dann ihr schönen Kartenreihenhaus zusammenbricht, die Menschen erkennen, dass auch in Deutschland nur die Minderheit des Geldes regiert und Wähler nur alle 4 Jahr zu gebrauchen sind. Ich habe tausende unschuldige Huren gesehen, nur einen wirklich ehrlichen Politiker noch nicht. Obwohl es da einen guten Kandidaten gibt. Wo der herkommt? Aus den USA.

1 Kommentar 30.3.07 11:40, kommentieren

Holzpferdermittlung

Der BGH hat entschieden, die "Online - Razzia" ist nicht zulässig. Die Bundesregierung plant jedoch bereits die Anpassung der entsprechenden Gesetze und es scheint mir so, als wäre das letzte Wort noch lange nicht gesprochen. Bedenkt man, dass sich die Ermittlungsbehörden gerade darüber freuen können, dass ihre Verdachtsregelung durch alle notwendigen Instanzen bestätigt wurde.

Geschieht ein Verbrechen, so ergibt sich ein Verdächtigenkreis. Dies sind Angehörige, Feinde oder manchmal auch Wildfremde, die in ein Tätermuster passen.

Neu ist jetzt jedoch, dass nicht einmal ein Verbrechen vorliegen muss, sondern dass anhand diverser Indizien davon ausgegangen werden darf, dass dem so wäre. Sagen wir einfach, eine junge Frau hat pro Tag ein Datenaufkommen, von 2 - 3 Gigabyte und das immer über den gleichen Netzport. Diese Frau kann viele Dinge machen und die wenigsten davon sind illegal. Natürlich besteht die theoretische Möglichkeit, dass sie sich an irgendwelchen Weiterverteilungsnetzwerken beteiligt, genausogut kann sie aber auch einen Beruf haben, der das Senden, wie Empfangen solcher Datenmengen rechtfertigt. Sie kann Studentin sein, sie kann auch einfach via Internet ganz regulär Fernsehen. Sie kann die Anschlussbesitzerin in einer WG sein und die Datenmenge entsteht durch alle Mitbewohner die Internetradio hören usw. Die Wahrscheinlichkeit, dass sich die Ermittlungsbehörden jedoch mit dieser Erklärung zufrieden geben ist gering. Viel eher, denn sie haben ja bald die Mittel, wollen sie es genau wissen. Das bedeutet, dass der jungen Dame ein Spionageprogramm eingeschleust wird, dies obendrein vorbei an allen Sicherungsmaßnahmen, welche sie möglicherweise ergriffen hat (Firewall - Desktop oder Packagefiltering - , Spywareprotection, Antivirustools usw). Die Einspeisung erfolgt durch Dritte, obendrein durch Leute, denen man eigentlich vertrauen können muss, da sie immerhin mit sensiblen Daten arbeiten, nämlich den Dienstanbieter.
Die so aufgespielte Software hat eine Verweilzeit, ist (so steht zu vermuten) nur durch Prozessüberwachung aufzuspüren (ps, top, taskmgr) und verhält sich ansonsten wie ein gepflegter und höchst unerfreulicher Trojaner. Je nach Bedarf übermittelt sie gespeicherte Inhalte, E-Mails oder sonstige Daten (aus Nachrichtensystemen etc.). Irgendwann löscht sich der Spion dann selbst.

In meinem Fall hieße das, dass die Ermittlung ergebnislos verliefe, aber alle meine Daten ohne mein Wissen an einen Dritten übermittelt wurden.

(Die nachfolgenden Betrachtungen gehen davon aus, dass die Ermittlungsbehörden einem, nach neuer Regelung verhandenen Verdacht auf eine Straftat nachgehen, jedoch keine solche vorliegt, die Mutmaßung also falsch ist, was, wenn man jüngsten Studien glauben kann, in etwas 60 - 70 % aller Fälle so sein wird)

Fasst man all dies nun zusammen, so ergibt sich folgendes - noch gemutmasstes - Dilemma:
Der Staat umginge Sicherheitsmaßnahmen, welche Privatpersonen zur Sicherung ihrer Daten ergriffen haben, erfasst diese und transferiert sie zur Sichtung auf einen weiteren Server. Dies stellt insgesamt vier Straftaten dar, für welche z.B. ich teuer bezahlen müsste.

Zum Ersten wäre da das Umgehen von Sicherungsmaßnahmen. Dies ist mir in Deutschland untersagt. Eine mit Kopierschutz versehene CD oder DVD zu kopieren stellt einen Verstoß gegen das UrhG dar. Wie sieht das bei Computern aus? Darf ich neuerdings straffrei die Sicherheitsmaßnahmen von Banken, Firmen oder gar der Regierungsbehörden umgehen? Sicherlich nicht. Da Banken und Firmen aber im Endeffekt auch nur Personen, wenn gleich virtuelle solche sind, kann es doch nicht angehen, dass die Rechte dieser mehr bedeuten, als die einer natürlichen Person.

Weiterhin werden Daten eindeutig übermittelt, gespeichert und vervielfältigt. Die Annahme, dass es auf keinem Rechner oder nur auf einer verschwindend geringen Anzahl der Rechner urheberrechtlich schützenswertes Material gibt, wäre ein fataler Fehler. Laut Gesetz ist dies eine persönliche, geistige Schöpfung (§2, Art. 2) und in Artikel 1 des gleichen Paragraphen wird festgelegt, was genau Gegenstand ist. Es mag sein, dass Gedichte, Geschichten oder Ansätze von Kompositionen zwar in der Qualität stark divergieren und manches so grauslig sein wird, dass man froh wäre, es hätte nie ein Mensch diese Daten aufgehoben, es ändert jedoch nichts daran, dass dies persönliche, geistige Schöpfungen sind, ergo das Verwertungsrecht (§15) beim Urheber, in diesem Fall, dem zu Unrecht ausspionierten Bürger liegt.

Doch gehen wir zurück zu den wahren Zielen dieser neuen Maßnahmen. Man glaubt also, dass sich Terroristen via Mobiltelefon und Internet verständigen. Es mag sein, dass die Leute UMTS - Verträge haben, dass sie Computer verwenden, aber ihre Nachrichten könnten sie sich trotz der "Kommissar Trojaner" Aktion weiterhin schicken, denn, die Kontrolle soll ja nur auf "Verdacht" erfolgen. Erregt ein potentieller "Terrorist" also keinen Verdacht, so wird er auch nicht kontrolliert, es sei denn, man würde jetzt alle Menschen muslimischen Glaubens überwachen, oder alle mit eindeutig arabischer Herkunft, doch dies wäre Diskriminierung und ethnische Verurteilung, was in unserem Staat durch den Staat nicht zulässig ist.

Ein Erfolg bleibt Glückssache und es kann nicht sein, dass für ein zufälliges Auffinden die übrigen Menschen in diesem Land ihre Freiheit aufzugeben haben. Weiterhin gilt, dass ein einfaches - rein fiktives - : "Ein Fass besteht aus 15 Brettern, welche von 3 Sparren gehalten werden. Es hat einen Boden und einen Deckel. Oben sind 4 Löcher und man kann Wasser, Bier und Wein aufbewahren, wenn es gut gestopft ist" immer noch die Beschreibung eines benannten Gegenstandes sein kann, oder aber vielleicht so etwas bedeutet: "15.3., 4 Uhr, Abflug München, Plastiksprengstoff in Schuhe. Sprengung, wenn Flugzeug abgeflogen". Es gibt viele Mittel und Wege für Kriminelle und gewaltbereite Andersdenkende sich Botschaften zu senden, die wir nicht bestimmt sind zu verstehen, bis sich ereignet hat, was sie besagten. Man darf nicht außer acht lassen, dass diese Menschen zusammen trainiert wurden, dass sie durchaus in der Lage sind eine, ausschließlich in ihrer Zelle / Organisation verwendete Metaphernsprache zu verwenden. Es müssen nicht viele Worte sein, es muss nur reichen um einen halbwegs anständigen, banalen Satz zu bilden. Im Zweifelsfall verbreiten sie ihre Botschaften eben als Spammails, dann gibt es Millionen Empfänger und meist nur einen gefakten Absender, in einem Internetcafe ohne Überwachungskameras.

Und schaut man sich im angeblich besiegten Irak mal so um, dort gibt es sicher gute Karten im rechtsfreien Raum Überwachungen der wenigen Telefonleitungen und Funkkanäle durchzuführen, trotzdem konnte bisher kaum ein Attentat oder Angriff verhindert werden.

Natürlich besteht die theoretische Möglichkeit, dass bei einer Überwachung Aller, zufällig auch ein Täter gestellt wird, doch wo ist da die Verhältnismässigkeit?

Quellen:
http://www.n-tv.de/762173.html (Online-Razzien unzulässig)
http://www.heise.de/newsticker/meldung/84776/from/atom10 (Heimliche Online-Durchsuchungen sind unzulässig)
http://www.heise.de/newsticker/meldung/79172 (Kommissar Trojaner)

1 Kommentar 5.2.07 14:26, kommentieren

Von aufgeschreckten Hühnern...

Nun, wenn man heute Nachrichten hört, dann fallen einem recht schnell Meldungen eines angedrohten Amoklaufs in BW auf und natürlich diverse Warnungen vor einer drohenden Gefahr. Eine Direktorin ging sogar soweit ihre Schule für heute zu sperren, weil sie die Sicherheit der Schüler nicht garantieren könnte. Ich sag es dieser Frau nur ungern, aber sie sollte ihren Job an den Nagel hängen, denn eine Garantie dafür kann sie nie geben. Nur weil zur Zeit nach einem jungen Mann gefahndet wird, der angeblich einen Amoklauf im entsprechenden Bundesland ankündigte, ist das Leben der Schüler und Lehrer nicht mehr gefährdet, als an jedem anderen Tag. Aber in einer anhaltenden und von den Medien extrem forcierten Atmosphäre der Panik und Unsicherheit sind solche kaum noch verwunderlich. Doch, wieviele Amokläufe wurden denn überhaupt angekündigt und wieviele fanden einfach so, aus heiterem Himmel statt? Ist jeder Schüler, der ein Stöckchen in die Hand nimmt und "Peng Peng" sagt, oder einfach aus Frust einem Mitschüler ein "Ich mach dich kalt" an den Kopf wirft, jetzt schon ein potentieller Massenmörder?
Glaubt man den Medien, den hilflosen Aussagen diverser Politiker und den sorgsam gestreuten Informationen geldgieriger Firmen, so sind unsere Kinder und Jugendlichen, selbst die Anfang Dreißig Stehenden, ja ein absolutes Sicherheitsrisiko.



Wie tönt heute Bert Weingarten, Vorstand von PAN AMP, lauthals "Die Palette reicht von der Briefbombe bis hin zur Anleitung, wie sich große Personenzüge in die Luft sprengen lassen. Die innere Sicherheit des Landes ist dadurch massiv gefährdet." Kaufen könne man die meisten benötigten Materialien in Baumärkten und Apotheken. Mit solchen drastischen Warnungen will man auch Druck ausüben, die Internetfahndung bzw. -kontrolle bei der Polizei zu verstärken, die dazu auch die notwendigen Mittel wie von PAN AMP entwickelte Suchfunktionen benötigt, die PAN AMP kostenpflichtig anbietet. So heißt es denn auch in der Mitteilung von NDR Info, dass der Bund Deutscher Kriminalbeamter (BDK) bemängelt habe, "dass eine effektive Bekämpfung der Internetkriminalität mit der derzeitigen Ausstattung der Polizei kaum möglich" sei. PAN AMP wiederum fordert ein Verbot von Bauanleitungen und bietet auch Filter für diese an.



Ich dachte ja eigentlich immer, dass man für eine führende Position in einer Firma einen gewissen Schulabschluss benötigt, aber wahrscheinlich wurde dieser wegen möglicher Gefahren und notwendiger Gefahrenabwehr ja ausgesetzt. Ist ja nicht so, dass wir vor 2o Jahren noch der alltäglichen Bedrohung eines Atomkriegs ausgesetzt waren, die RAF eine angeblich Terrorherrschaft führt und Flugzeuge damals, wie heute entführt wurden. Jedenfalls, sagen wir es mal so. Wenn dieser Herr Weingarten meint, dass die möglicherweise im Internet vorhandenen 2oo.ooo Bombenbauanleitungen eine potentielle Gefahr darstellen, dann sollte man in Deutschland den Chemieunterricht abschaffen. Tut mir leid, es wurde richtig bemerkt, dass die meisten Stoffe zum Bau einer Bombe tatsächlich schon beinahe in jedem Haushalt vorhanden und falls nicht, sehr leicht zu beschaffen sind. Vergessen wurde dabei aber, dass in jedem Chemielehrbuch exakt steht, welche Substanzen das sind und in welchen Mengen und Mischungsverhältnissen sich eine gefährliche Wirkung einstellt. Nehmen wir doch auch gleich noch die Warnhinweise von den Verpackungen und Flaschen. Der einfache Toilettenreiniger wird zur Rohrbombe und es steht in der Gebrauchsanleitung, welche sich an der Aussenseite der Flasche befindet. Ja, sogar ein Verätzungsangriff ist mit im Haushalt verfügbaren Mitteln durchführbar, nämlich mit all denen, auf den steht Bei Augenkontakt sofort einen Arzt aufsuchen. "Praktischerweise" befinden sich viele dieser Substanzen in Spritzflaschen.



Betrachtet man jedoch mal die Anzahl der inländischen Attentats- und Anschlagsversuche, stellt man fest, dass die wenigsten davon mit umfunktionerten Reinigungsmitteln durchgeführt wurden. Wenn man natürlich Propangasflaschen und chemische Düngemittel ignoriert. Man stellt ausserdem fest, dass die Anzahl solcher Taten seit 195o verschwindend gering ist. Leider kommen sie immer wieder vor und das wird sich nicht ändern, wenn die Menschen sich immer weiter von einander entfernen, gesellschaftliche, wie soziale Klüfte immer weiter klaffen und der Leistungsdruck immer weiter erhöht wird?



Anstatt sich der einfachen Lösung Überwachungsstaat zu ergeben, sollte man vielleicht besser andere Maßnahmen ergreifen. Das diese anderen Maßnahmen weit mehr Aufwand und auch ein großes Umdenken in den Köpfen der meisten Menschen erfordern, sollte dabei nicht abschrecken. Vorallem aber sollten diese Maßnahmen keinen Zwang ausüben. Vielleicht wäre es besser, wenn man zum Beispiel und zur Abwechslung einfach mal den Betroffenen wirklich zuhört und sich nicht nur vor sie hinstellt und behauptet deren Probleme zu kennen. Ich wage ernsthaft zu bezweifeln, dass der letzte Politiker, der auf einer Wahlveranstaltung die ich besuchte, diese Aussage traf, tatsächlich weiß, was in meinem Kopf vorgeht. Natürlich bedeutet dies, dass man sich aus dem warmen Sessel erheben und unters Volk mischen muss, aber, meine Damen und Herren in den Verantwortungspositionen, das ist euer Job, das ist euer Auftrag, ihr seid nicht von uns beauftragt eure Geldböse zu füllen, Bestechungsgeldern, halt, Spenden und außerordentliche Zuwendungen nennt man das heute, zu kassieren oder auf äußerst schicken Parties gut auszusehen. Leider war letzteres wahrscheinlich eher der Grund, warum ihr im Amt gelandet seid, so ein vertrauenerweckendes Äusseres bedeutet leider manchmal mehr, als tatsächliche Eignung. Ach, und der Herr Weingarten hat da ein Programm, mit dem man das DeepInternet durchsuchen kann, nutzt das doch besser um die Stimmung im Land einzufangen, anstatt die Leute bald auch noch auf dem Klo zu observieren.

2 Kommentare 6.12.06 15:24, kommentieren