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Linux, Vista und das Elend mit Hardwareherstellern.

Bekannt ist es wohl nur denen, die mich kennen, doch seit geraumer Zeit gewinne ich ein, vor 12 Jahren wohl noch als "Geeksystem" be- und verschrieenes, heute eine echte und vor allem qualitativ hochwertiges, alternatives Betriebssystem immer lieber. Natürlich musste man mich erst davon überzeugen. Es dauerte auch nur unwesentliche zwei Jahre, bis ich die zahlreichen Vorzüge erkannte. Sicher, auf mein Windows konnte und wollte ich damals nicht verzichten, irgendwie war mir das am meisten verfluchte Produkt ja dann doch ans Herz gewachsen. Ich schäme mich selbst heute nicht dies zu zugeben, denn, wenn man ehrlich ist, tut mir leid, aber, ein solch bequemes System gibt es sonst nicht. Tut mir leid meine Mitfreunde des Pinguins, doch wenn es im Linux haarig wird, dann ist Otto - Normal - User, der DAU elegant ignoriert, ganz flott mit seinem Latein oder in diesem Falle wohl Finnisch am Ende. Selbst eingefleischte Aptenodytesbändigern geht dabei manchmal für ein oder zwei Tage die Puste aus.
Natürlich ist ein Windows immer noch undurchsichtig und mit dem neuesten Werk hat man nur einmal mehr das Gefühl, dass das System einem, und nicht man selbst diesem sagt, wo es lang geht. Penetrant und nervig (und da ich es über MSDNAA bezogen habe, handbuchlos) meckert da am Anfang diese UAC rum, wo man sich als Laie fragt, ob das nicht vielleicht eine neue Terrororganisation getarnt als amerikanische Partei (United American Citizens) ist. Hat man dieses Ding dann jedoch erfolgreich umschifft, dank Linuxtraining die Firewall bezwungen (oder sich eine dreißig Tage Testversion einer Desktopfirewall besorgt - zu Testzwecken, man will ja wissen, was gehauen, gepieckst und gestochen ist), ja, dann sieht das Ding ganz nett aus. Irgendwie ist der Rechner aber, nun, man kennt Windows, ruhig. kein Klickern hier, kein Klappern da? Fast will man freudig in die Luft springen, dass Microsoft endlich verstanden hat, dass man keine Geräusche braucht und will, da stellt man auch schon den Grund fest. Die Soundkarte, deren Treue legendär ist, wird nicht erkannt. Seltsam genug, wird gerade der Firma ja auch immer wieder und im gleichen Kontext, zu dem ich irgendwann mal finden werde, vorgeworfen, dass sie von Microsoft protechiert wird. Eilig, obgleich man nichts vom Support Creative-Labs hält, schaut man auf deren Webseite nach neusten Treibern. Das erste Mal erwartet man, da das System noch neu, dass man nichts findet. Schließlich war die letzte Treiberversion ja auch gute 3 1/2 Jahre alt. Doch creatives Support war noch nie Etwas, was diesen Namen verdient hätte, weder der deutsche, noch der amerikanische. Sieben Nachfragen, 16 Bugreports für drei unterschiedliche Treiberversionen und keine Antwort. Sei es drum, einige geduldige Wochen später liest man dann, in blauen Lettern:

[b]Das von Ihnen gewählte Produkt hat das Ende des Unterstützungszeitsraumes erreicht.[/b].

Das saß, doch, was kümmerts mich, schließlich hat das Board ja eine Soundkarte, und mit dieser hat es etwas, auf sich. Das gute Stück war deaktiviert, natürlich, wozu störende Hardware dulden, wenn man sie im BIOS rasch abschalten kann. So wie den nutzlosen Raidkontroller (nicht das Raid nutzlos wäre, nur, ich brauch ihn nicht). Kurz darauf, Vista glänzt in seinem Aero, ein langweiliger Abklatsch des, mich immer wieder erheiternden Beryl, dabei ein weit größerer Ressourcenvernichter, doch Ton ist, ja, nicht da, so wie dieser vermaledeite Onboard-Chip.

Aber, wozu gibt es Google, die Milliardäre mit dem Euro Jahresgehalt, flink getippt, noch schneller gefunden, nach nur drei Stunden und vielen Rechtschreibesensationen in unterschiedlichsten Foren später. Pech gehabt. K8V SE Deluxe, das innovative, selbstdenkende Board, deaktiviert seinen Onboardsound, wenn es das aurale Fremdgehen des Besitzers auf seinem PCI - Slot gespicktem Rücken spürt. So zog ich also vorsichtig, nicht ohne natürliche die Rechenzicke auszuschalten, die gute, die alte, die immer noch völlig tatelos funktionierende Live Platinum 5.1, mein vom Munde abgespartes Schmuckstück aus meinem Rechner, im Austausch gegen lapidaren 3 € bei 1ooo Stück Abnahme kostenden Ohrenschmerz. Gequälten Gesichts erkannte ich, dass Microsoftprodukte auch nur treulos sind und ohne weiteres den formals deaktivierten Eindringling anstands- und widerstandslos akzeptierten. Lediglich mein Eselspinguin beschwerte sich, da er das Modul snd_emu10k1 nicht zuordnen konnte. Was ihn zwar nicht daran hinderte zur Tagesordnung überzugehen und sich weiter zwischen schmelzendem Packeis, mit Boot hinfortzubewegen, doch wenigstens will er vom schnöden AC-97 Sound nicht sofort etwas wissen.
Was nun jedoch? Also die Webseite jener Firma geöffnet, welche mir jene Soundkarte bescherrt, die mir solang gute, klangbildliche Dienste geleistet. Bezaubernd, betörend, drei Buchstaben und im vorderen Drittel ein Strich, den mir die Karte wohl noch durch die Rechnung machen sollte. X-Fi. Klingt gut und ich wäre sogar ohne Hörprobe zum Kauf bereit, doch mein kleiner Pygoscelis papua soll sie ja auch mögen. Also noch schnell geprüft, und wie üblich, keine direkte Unterstützung des Hardwareanbieters. Zwar, so liest man dann, sollte im zweiten Quartal diesen Jahres, was nun mehr 17 Tage alt ist, ein Linuxtreiber erscheinen, doch, so erfährt man dann, aufgrund von Problemen verschiebt sich das ins dritte. So könnte man darüber hinwegsehen, wenn man nicht im Forum des Anbieters erführe, dass die Karte ja schon ein Jahr verkauft wird und selbst die Windowstreiber noch mehr Bug als Feature zeigen.
So saß ich da, schweigend in Gedanken vertieft und ließ Revue passieren, was ich schon alles mit creative erlebt. Sollten die Gerüchte stimmen? Dabei hatte Microsoft doch gerade allen Herstellern von DSP (Digital Sound Processor) Soundkarten quasi die eigene Hardware in den Rücken gesteckt und dann die Slotbleche abgebrochen (http://www.heise.de/newsticker/meldung/81212).

Marktführer ist Creative, treue Kunden haben sie seit Jahren, unter Spielern, welche Raumklang schätzen, unter Semiprofessionellen Musikern ohne geeignete Finanzen. Und nun? Die Alternative ignorierend in den microsoftschen Untergang, klanglos aufgeben, anstatt mit dem anderen, sich immer mehr etablierenden System aufbegehren? Doch halt, sie planen eine Treibervariante, so wie nVidia (ein wunderbares Beispiel für technisches, und soziales Verständnis - im Gegensatz zu ATI), als selbstinstallierendes Kerneldropin. Nur wie lang soll das dauern? Warum nicht der Gemeinschaft der Treiberbastelwilligen eine Information geben, mittels welcher wenigstens die rudimentärsten Fähigkeiten einer Soundkarte, das simple Abspielen von Musikstücken ermöglicht werden? Nein, soweit wagt man sich dann bei creative auch nicht aus dem angeknackten Schneckenhaus, lieber leckt man einsam Wunden, als MS zu zeigen, dass man sich nicht alles erlauben kann.

Nicht falsch verstehen, das Produkt scheint gut zu sein, nur die Vermarktungspolitik beider Firmen ist, für den Götz.

Dabei gibt es riesige Gemeinschaft von Entwicklern, die nichts lieber tun, als den ganzen Tag für neue Hardware zu programmieren, oder interessante Projekte und Software zu implementieren. Wer braucht Photoshop, wir haben Gimp. Wer braucht 3D - Studio oder Maya, wir haben Blender (http://www.elephantsdream.org/ für Ungläubige). Und selbst im Sound- und Musikeditorbereich entwickelt sich etwas, eine Sache, an der man sich beteiligen könnte, denn im Gegensatz zu vielen Softwareportierungen bzw. Softwareersatzangeboten, ist Hardware nun einmal eine Sache, die nicht opensource produziert wird.

Und das Ende vom Lied? Ich verzichte lieber auf Ton im Vista, als nicht mehr meinen Amarok zu nutzen, oder LMMS zu verwenden und mit Audacity Samples zu bearbeiten, oder mit mplayer, xine und co. DVDs zu schauen und deren Klangsprektrum zu erleben, so, wie es andere auch im XP können.

1 Kommentar 17.4.07 19:13, kommentieren

An Herrn Bundesinnenminister Schäuble

Wer seine Pläne zur Grundgesetzveränderungen als Anschlag auf die Verfassung charakterisiere, würde ihn diffamieren: "Wer Gegenteiliges behauptet, betreibt ein infames Spiel mit mir." (Quelle: Stern)

Lieber Herr Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble,

Hiermit teile ich Ihnen mit, dass ich Ihre Pläne zur Grundgesetzänderung als einen Anschlag auf die Verfassung betrachte. Ich fühle mich in keinster Weise sicherer durch die von Ihnen in den letzten Monaten geplanten und zur Diskussion gestellten Maßnahmen. Ich betrachte ihr wiederholtes Drängen auf die sogenannte Onlinedurchsuchung, als Einbruch in meine Privatsphäre, als Verletzung meiner Persönlichkeitsrechte, sowie die Verpflichtung von Dienstanbietern und Softwareherstellern diese zu ermöglichen als grob fahrlässig und Gefährdung des Gemeinwohls. Weiterhin werfe ich ihnen Diffamierung meiner Person vor, wenn Sie Ihren Vorschlag der Fingerabdruckerfassung durchsetzen, welche, wie Sie es begründeten, notwendig ist, da die theoretisch winzige Möglichkeit besteht, dass ich an einem Verbrechen beteiligt sein könnte. Ich bestehe weiterhin auf die Anerkennung als unschuldiger Staatsbürger und nicht als möglicher, in Frage kommender Straftäter.

Ich sehe in diesen Maßnahmen keine Sicherung, sondern eine Beschneidung meiner persönlichen Freiheit. Ich bin bereit das Risiko Opfer eines Terroranschlags oder durch organisierte Kriminelle verübten Verbrechens zu werden und verzichte daher freiwillig auf die von Ihnen vorsgeschlagenen zusätzlichen Schutzmaßnahmen vollständig. Des Weiteren weise ich darauf hin, dass ich es nicht wünsche, dass von mir auf allen öffentlichen zugänglichen Plätzen zu welchem Zweck auch immer Aufnahmen gemacht werden. Ich bitte sie hiermit, dies an die Ihnen unterstellten Amtsbereiche weiterzuleiten.

Doch, Herr Wolfgang Schäuble, mir fällt da gerade etwas ein. Ich bin ja ein potentieller Verbrecher, gleich aus drei Gründen. Ich habe in meinem Leben mindestens ein Spiel mit Gewalt verherrlichendem Inhalt gesehen und selbst den Hauptcharakter gesteuert. Ich beziehe meine Nachrichten aus vielen, von mir frei gewählten und auch einigen, nicht vom deutschen Staat als akzeptabel eingestuften Quellen und, ich neige dazu mein Denken keinem Staatswillen unterzuordnen. Bitte, kommen sie vorbei, nehmen sie meine Fingerabdrücke, installieren sie mir den Bundestrojaner noch heute, schützen sie mich vor den, mir durch das Grundgesetz Artikel 1 - 5 garantierten persönlichen und unveräußerlichen Freiheiten.

Und da festgestellt wurde, dass erschreckend wenige Menschen, auch Politiker diese Artikel überhaupt kennen, möchte ich sie Ihnen hiermit noch einmal zur Verfügung stellen.

Artikel 1
[Menschenwürde; Grundrechtsbindung der staatlichen Gewalt]
(1) Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt.
(2) Das Deutsche Volk bekennt sich darum zu unverletzlichen und unveräußerlichen Menschenrechten als Grundlage jeder menschlichen Gemeinschaft, des Friedens und der Gerechtigkeit in der Welt.
(3) Die nachfolgenden Grundrechte binden Gesetzgebung, vollziehende Gewalt und Rechtsprechung als unmittelbar geltendes Recht.

Artikel 2
[Allgemeine Handlungsfreiheit; Freiheit der Person; Recht auf Leben]
(1) Jeder hat das Recht auf die freie Entfaltung seiner Persönlichkeit, soweit er nicht die Rechte anderer verletzt und nicht gegen die verfassungsmäßige Ordnung oder das Sittengesetz verstößt.
(2) Jeder hat das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit. Die Freiheit der Person ist unverletzlich. In diese Rechte darf nur auf Grund eines Gesetzes eingegriffen werden.

Artikel 3
[Gleichheit vor dem Gesetz; Gleichberechtigung von Männern und Frauen; Diskriminierungsverbote]
(1) Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich.
(2) Männer und Frauen sind gleichberechtigt. Der Staat fördert die tatsächliche Durchsetzung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern und wirkt auf die Beseitigung bestehender Nachteile hin.
(3) Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden. Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden.

Artikel 4
[Glaubens-, Gewissens- und Bekenntnisfreiheit]
(1) Die Freiheit des Glaubens, des Gewissens und die Freiheit des religiösen und weltanschaulichen Bekenntnisses sind unverletzlich.
(2) Die ungestörte Religionsausübung wird gewährleistet.
(3) Niemand darf gegen sein Gewissen zum Kriegsdienst mit der Waffe gezwungen werden. Das Nähere regelt ein Bundesgesetz.

Artikel 5
[Meinungs-, Informations-, Pressefreiheit; Kunst und Wissenschaft]
(1) Jeder hat das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern und zu verbreiten und sich aus allgemein zugänglichen Quellen ungehindert zu unterrichten. Die Pressefreiheit und die Freiheit der Berichterstattung durch Rundfunk und Film werden gewährleistet. Eine Zensur findet nicht statt.
(2) Diese Rechte finden ihre Schranken in den Vorschriften der allgemeinen Gesetze, den gesetzlichen Bestimmungen zum Schutze der Jugend und in dem Recht der persönlichen Ehre.
(3) Kunst und Wissenschaft, Forschung und Lehre sind frei. Die Freiheit der Lehre entbindet nicht von der Treue zur Verfassung.

Werter Herr Wolfgang Schäuble, ich bin nicht gewillt auch nur eine dieser Freiheiten aufzugeben. Denken sie immer daran, nur 66% waren 2005 wählen und von diesen 66% haben sie nur 38.5% gewählt. Das heißt, die Mehrheit der Bürger in diesem Lande war nicht für sie und ihre Partei. Sie aber haben die Pflicht annehmbare Kompromisse für das Volk zu finden, auch für die Menschen, die mit keiner Silbe daran denken sie zu wählen. Ich verspreche Ihnen übrigens, ich werde Sie auch beim nächsten Mal nicht wählen.

Hochachtungsvoll, obwohl ich Sie nach Ihrer Ansicht hiermit diffamiere,
Krishan Woyzeck
(Sie brauchen sich nicht mühen, dass ist ein nicht eingetragenes Synonym, es tut mir leid, aber öffentlich nenne ich meinen Namen nicht)

1 Kommentar 18.4.07 11:44, kommentieren